Kun_tiqi: Nachhaltige Surfbretter aus Balsaholz.

Langlebig, umweltbewusst und mit viel handwerklichem Geschick: In seinem Unternehmen Kun_tiqi fertigt Stefan Weckert in Nordspanien Surfbretter aus Holz. Mit seinem 508 D ist er stets auf der Suche nach der perfekten Welle.    

Handarbeit der Umwelt zuliebe.

Kantabrien, Nordspanien: Der Boden in Stefans Werkstatt ist übersät mit unzähligen Holzlocken. Er begutachtet sorgfältig das hölzerne Surfbrett, das vor ihm auf der Werkbank liegt. Nachdem das Board bereits in Form gebracht und die Rundungen der Rails herausgearbeitet wurden, geht es nun an das Laminieren. Stefan verleiht dem Wellenreiter so den letzten Feinschliff. Mit seiner Firma Kun_tiqi hat er sich für den umweltfreundlichen Weg entschieden: „Surfriders who care“ – so lautet das Motto, das er sich auf die Fahnen geschrieben hat. Sein Credo: Boards aus nachwachsendem und umweltfreundlichem Material.

Vom Betriebswirt zur Gründung eines ökologischen Surfboard-Labels.

Aufgewachsen ist Stefan im bayerisch-schwäbischen Donauwörth. Dabei spielte das Surfen schon früh in seinem Leben eine Rolle: So hat er bereits zehn Monate als Windsurflehrer auf Fuerteventura verbracht. Anschließend folgte sein BWL-Studium in Norddeutschland. Mit ökologischen Surfbrettern kam er das erste Mal bei einem Praktikum in Ecuador in Berührung. „Durch die Kontakte zu den ecuadorianischen Shapern konnte ich Erfahrung beim Shapen und Laminieren sammeln.“ Seine Diplomarbeit hat er genutzt, um über die Vermarktung ökologischer Holz-Surfboards in Europa zu schreiben. „Hier in Spanien konnte ich dann in einer Surfboard-Werkstatt meine ersten Boards laminieren und gleichzeitig weitere Erfahrungen gewinnen. Das Shapen von Holz-Surfboards eignete ich mir durch ,Learning by doing‘ an.“

Eintauchen in die Natur – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Themen Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und Surfen gehören für Stefan unweigerlich zusammen. Warum? „Weil wir Surfer die Natur genießen und nur in einem intakten Meer unserer Leidenschaft nachgehen können.“ Sein Bewusstsein dafür wurde während des Praktikums in Ecuador wach gerüttelt. „Um am Wochenende an der Küste zu surfen, war ich auf der Suche nach einem Surfboard. Zu dieser Zeit wurde die größte Fabrik für Surfboards in den USA von der Umweltbehörde zwangsgeschlossen.“ Folglich gab es in Ecuador kein Material für neue Boards – der Gebrauchtmarkt war von heute auf morgen leergefegt. „Zum ersten Mal wurde den Surfern, inklusive mir, bewusst, wie giftig Surfboards sind.“ Der passionierte Surfer traf auf Shaper, die seit den 60er-Jahren Surfboards aus Balsaholz herstellten – eine Holzart, die vor Ort in rauen Mengen wächst. „Seit dem Test des ersten Balsa-Surfboards war ich begeistert und hatte die Idee, ökologische Surfboards herzustellen und in Europa auf den Markt zu bringen.“

Die Kraft der Wellen.

„Mich fasziniert am Surfen die Unvorhersehbarkeit: Keine Welle ist gleich, kein Tag wie der andere.“

Langlebig, natürlich und fair: Surfriders who care.

Balsaholz ist die leichteste Holzart und wurde bereits tausend Jahre vor dem Inkareich für Transportflöße in Südamerika verwendet. Daher stammt auch der Name Kun_tiqi: Der Sonnenkönig Kun tiqsi Viracocha gilt als historische Figur in Südamerika. Als sein Stamm den Kontinent verlassen musste, nutzte er Flöße aus Balsaholz, um zu flüchten. Das von Kun_tiqi verwendete Balsaholz stammt von einem Familienbetrieb aus der Küstenregion Ecuadors. Größter Vorteil: Balsaholz wächst schnell nach. So erreicht das Gewächs innerhalb von drei bis vier Jahren eine Höhe von bis zu zehn Metern. Die Wellenreiter aus Holz bieten laut Stefan aber noch weitere Pluspunkte: „Bei der Herstellung werden Giftstoffe vermieden und die Boards sind langlebig und robust. Außerdem hat man mehr Stabilität beim Surfen, denn das Holz absorbiert die Unebenheiten der Welle sehr gut.“

Die Kunst des Shapens – in 4 Schritten zum nachhaltigen Balsaholz-Wellenreiter:

  1.    Plantage: Aussaat der Balsasamen im Gewächshaus in Ecuador. Nach drei bis vier Jahren sind die Bäume groß genug, um sie zu fällen. Durch den Zuschnitt in Blöcke können sie besser weiterverarbeitet werden.
  2.    Blankherstellung: In dem tropischen Klima benötigen die Blöcke zwei bis drei Monate zum Trocknen. Die leichtesten werden zu einem hohlen Blank weiterverarbeitet. Nach dem Zuschnitt werden sie mit Stegen zum sogenannten Sandwich verleimt. 
  3.    Shapen: Als Nächstes bringt der Shaper den Blank in Form. Dazu wird die Oberfläche zunächst glatt gehobelt. Dann kann das Board ausgesägt und mit dem Hobel geshaped werden. Der Feinschliff wird mit Handhobel und Schleifbrett vorgenommen.
  4.    Laminieren: Die Boards werden mit Ökoharz laminiert. Dem Leinsamenöl wird ein UV-Katalysator hinzugefügt, der das Harz unter ultravioletten Strahlen in wenigen Minuten aushärten lässt. Da das Holz bereits bruch- und druckfest ist, reicht eine Lage Glasfasermatte aus. Zu guter Letzt erhöhen zwei weitere Schichten des ökologischen Harzes die Stabilität und Langlebigkeit des Boards. 

Durchhaltevermögen zahlt sich aus.

Bis zur erfolgreichen Etablierung seines Labels musste Stefan jedoch einige Hürden überwinden. So war bereits die Suche nach einer Werkstatt kein Zuckerschlecken. „Ich bin mit dem Fahrrad von Hof zu Hof gefahren und habe mich durchgefragt.“ Stefans Devise: Nicht aufgeben. Das Durchhaltevermögen wurde schließlich belohnt. Anfangs musste er sich mit zusätzlichen Hilfsjobs über Wasser halten – insbesondere außerhalb der Sommersaison. „Das war sehr anstrengend. Vor allem, nebenbei Kun_tiqi aufzubauen, was sehr viel Zeit und Energie in Anspruch genommen hat.“ Stefan hegte oft Zweifel daran weiterzumachen, da er häufig finanzielle Engpässe hatte und über Jahre hinweg von Existenzangst geplagt war. „Mein Glaube daran, etwas gegen die Umweltverschmutzung durch Polyester-Surfboards unternehmen zu müssen, die Unterstützung meiner Freundin und vor allem das positive Feedback meiner Kunden haben mich standhalten lassen.“

Geräumig bis in die letzte Ecke.

Der Van eignet sich perfekt, um Surfbretter von A nach B zu transportieren.    

Qualität von Anfang an.

Das verwendete Balsaholz stammt von einem Familienbetrieb aus der Küstenregion Ecuadors.

Fotos:

Matthias Straub

Mehr Links zum Entdecken:

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